Swiss CIO Summit 2016

Am 22. September dieses Jahres fand in Zürich unter dem Titel „Im Mittelpunkt: Der Mensch“ der fünfte Swiss CIO & IT-Manager Summit statt. Peter Michael Bickel war als Keynote Speaker mit seinem Vortrag „Zero-G Thinking“ eingeladen und wurde anschließend von Michael Ghezzo, dem Confare Gründer und Initiator des Swiss CIO Awards unter anderem zu der neuen Rolle des CIO im Unternehmen befragt.

Michael Ghezzo: „Be CIO“ ist das Motto des CIO SUMMIT in Wien im März 2017 – Was bedeutet es in Zeiten der Digitalisierung CIO zu sein?

PMB: CIO zu sein bedeutet die Chance zu haben im Machtzentrum der Neuerfindung von Unternehmen zu wirken. Aber: CIO in Zeiten der Digitalisierung bedeutet die finale Emanzipation des CIO von den Funktionen des Leiters IT.

Michael Ghezzo: Warum und inwiefern Emanzipation?

PMB: IT steht für „Informationstechnologie“, also der Technologie zum Management von Informationen. Beim CIO steht das „I“ für „Information“ – der CIO ist der Chef der Information und ihres Wegs im Unternehmen und zu allen Partnern. Wem das gelingt, der ist prägender Teil der Revolution durch Digitalisierung. Wer das nicht tut, wird endgültig in der in die Commodities herabgestuft.

Michael Ghezzo: Wie viel Unternehmergeist braucht der CIO?

PMB: Der CIO braucht höchsten Unternehmergeist. Er hat zwei Funktionen: Erstens muss er seine eigenen Services wie ein Unternehmer bereitstellen. Das hat etwas mit Qualität, Quantität, Geld und dem Instinkt für die richtigen Dinge zu tun.

Zweitens ist der Teil der unternehmerischen Orchestrierung. Er beeinflusst die Richtung durch sein Know-How und kann den Erfolg von Digitaler Transformation maßgeblich bestimmen. Hier kommt er als Fachmann mit Expertise für Digitale Abläufe, Digitale Möglichkeiten sowie als Kenner der Digitalen Fließbänder eines Unternehmens zur Geltung.

Michael Ghezzo: Ist es überhaupt im Sinn des Unternehmens, wenn Mitarbeiter wie Entrepreneure agieren?

PMB: Selbstverständlich – es war bis vor kurzem zwar allgemein nicht chic, aber es ist dringend notwendig. Viele Unternehmen funktionieren noch immer wie die Kadettenanstalten des Kaisers. Vorgegebene Antworten und Lösungen für vorgegebene Fragen schnell und sicher abrufen bzw. anwenden. Das hat in einer normal industrialisierten Prozesswelt auch geklappt. Die Taylorisierung hat das sogar gefordert – „Der Mitarbeiter als Funktionsbaustein“. Wenn Du aber etwas Neues erschaffen willst und Gestaltung benötigst, dann brauchst Du unbedingt Kreativität. Und die bekommst Du nur, wenn Du Menschen anders denken lässt und ihnen den Raum dafür auch gibst.

Michael Ghezzo: Wie kann in Zeiten von Cloud und Consumerization eine zukunftsorientierte IT aufgestellt sein?

PMB: Indem man sich nicht verweigert, sondern die Möglichkeiten nutzt. Eine zukunftsorientierte IT besteht doch aus den richtigen Bausteinen für das Business des Unternehmens. Wenn das Cloud, oder leichter verdaubar Private-Cloud Bausteine sind, dann ist das doch großartig. Und wenn endlich die Einfachheit der Prozesse aus dem B2B im B2C Einzug hält dann gibt es glücklichere Anwender, denn die fragen sich schon lange, warum im B2B vieles so smart ist und in der Unternehmens-IT so old fashioned. Denn sind wir mal ehrlich: Bei Amazon kann man was Automatisierung, Service-Erlebnis und Einkaufsprozesse angeht vor allem lernen und sollte nicht die Nase rümpfen!

Michael Ghezzo: Nenne mir doch bitte drei Begriffe, die einen erfolgreichen CIO beschreiben.

PMB: Weltoffen – Abstraktionsfähig – Agil

Michaela Bickel-Friederix